Geschichte des Turnvereins 1888 Königstädten e. V.

Am 24. Juni 1888 waren es 34 junge Männer die sich in Königstädten fanden, um auch hier einen Turnverein ins Leben zu rufen. Die Entwicklung während der ersten 25 Jahre vollzog sich nach gestrengen Übungsordnungen ungestört und in ruhigen Bahnen. Im März 1889 wurde der Beschluss gefasst dem Main Rodgau Turnverband beizutreten, dem man sich über viele Jahrzehnte so eng verbunden fühlte.

Das Übungsprogramm war schon damals recht vielseitig. Man begnügte sich nicht mit der Anschaffung von Reck und Barren. 1889 wurde die Anschaffung von Hanteln (nicht solche zierlichen wie wir sie bei der Aerobicstunde nutzen) und Stoßwürfeln festgehalten.
Seinen ersten Höhepunkt ereichte das Vereinsleben mit der Fahnenweihe am 23./24. Juni 1895. Diese Fahne gibt es immer noch. Sie hängt in der Geschäftsstelle und wird bei öffentlichen Anlässen voran getragen.

1901 erhielt der Verein die Ausrichtung des Gauturnfestes übertragen.

In den Folgejahren wurde neben dem Geräteturnen, Faustball, Fechten (für kurze Zeit), Volksturnen (Leichtathletik) und Spielmannsmusik gepflegt.

Während des 1. Weltkrieges musste der Übungsbetrieb auf das Jugendturnen beschränkt werden, da die meisten aktiven Turner einberufen wurden. 13 Vereinsmitglieder mussten an der Front ihr Leben lassen.
1921 fanden sich 15 Damen zu einer Damenturnriege zusammen. Das Frauenturnen setzte sich jedoch noch nicht durch. Erst 1930/31 gelang es das Frauenturnen ständig in das Übungsprogramm aufzunehmen.
1925 begannen die Königstädter Turner mit dem Handballsport, lange Zeit dann ein Aushängeschild.
1945 wurden durch Verfügung der Militärregierung sämtliche Vereine, auch unserer, aufgelöst und deren Vermögen beschlagnahmt. Zwei Jahre später kam es zu einer Wiedergründung, und am 28. 12. 1947 fand die erste Zusammenkunft der Vereinmitglieder bei Gastwirt Einsiedel (Krone-Kaisersaal) statt.
Die Turnstunden fanden seit dieser Zeit überwiegend im Kaisersaal statt.
Der Übungsbetrieb wurde in den Folgejahren immer umfangreicher, doch das Kernstück allen Turnens und Übens blieb das Geräteturnen.
Die größten Erfolge hier waren in den 50er und 60er Jahren. Hier konnten wir einige erfolgreiche Turnerinnen und Turner vorweisen.

Nach der Eingemeindung gab es auch Übungsabende in der Goetheschule. Deshalb muss man die Leistungen, die damals erbracht wurden, besonders hoch einschätzen. Die schlechten Übungsmöglichkeiten und der abnehmende Trend waren ein Grund, weshalb beim TVK keine Gerätewettkämpfe mit aktiven Turnerinnen und Turnern mehr durchgeführt wurden.
Ab April 1965 stand die Mehrzweckhalle der Gerhart-Hauptmann-Schule zur Verfügung, was den steigenden Mitgliederzahlen entgegen kam.
Zusätzliche Trainingsmöglichkeiten eröffneten sich den Turnern mit der Fertigstellung des
Turnerheimes an der Stockstrasse im Jahre 1967.

Das Übungsangebot konnte ausgedehnt werden auf:
Kinderturnen ( 6-9 Jahre), Mutter und Kind Turnen, Kleinkindturnen, Geräte u. allgemeines Turnen für Mädchen und Jungen, Jazztanz, Jedermann-Turnen (Die Jedermänner waren fester Bestandteil der Turnabteilung), Gymnastik für Frauen

Die Königstädter Frauen zeigten sich schon immer recht bewegungsfreudig.
Im Jahre 1959 gründete sich deshalb die besondere Gymnastikstunde für Frauen.

Das Kinderturnen wurde und wird im TVK als ganz besondere Verpflichtung aufgefasst, auch als eine Schulturnhalle noch fehlte. Die Zeiten haben sich geändert. Wir haben genügend Platz für unsere Gruppen. Doch ist es uns auch heute wie damals wichtig, Kinder in den Verein einzubinden. Was gibt es Schöneres als sich mit Gleichaltrigen zum Sport zu treffen, sich zu messen, seine Stärken zu zeigen und dadurch Selbstbewusstsein zu erlangen. Etwas was durch das Fernsehen, PC ,Gameboy oder Nintendo spielen nicht unbedingt gesagt werden kann. Geben wir unseren Kindern die Möglichkeit, in dem wir es ihnen vorleben, wie schön es im Verein sein kann, dieses Selbstbewusstsein zu erlangen.